Auch in diesem Jahr möchten wir Sie herzlich dazu auffordern, herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeiten oder Dissertationen) von Studentinnen und Absolventinnen für den efas-Nachwuchsförderpreis (in memoriam Angela Fiedler) für das Jahr 2026 einzureichen. Vorschläge von herausragenden Arbeiten durch die Gutachter*in sind dabei ebenso willkommen wie Selbstbewerbungen. Der Preis wird für Abschlussarbeiten mit der thematischen Ausrichtung auf Frauen- und Geschlechterforschung im wirtschaftswissenschaftlichen Kontext verliehen, die im Zeitraum vom 1. August 2025 bis 30. Juni 2026 abgeschlossen wurden/werden. Die Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte dieses Jahr bis zum 30. Juni 2026 ausschließlich in elektronischer Form (eine PDF) an die efas-Geschäftsstelle.
Die Preisvergabe inklusive einer Kurzvorstellung der Arbeit erfolgt im Spätherbst bei einer Veranstaltung von efas in Berlin. Informationen zur Ausschreibung und zum Bewerbungsverfahren finden Sie auf der efas-Homepage. Die Preisträgerin hat zusätzlich die Möglichkeit, ihre Arbeit im nachfolgenden efas-Newsletter vorzustellen.
Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge und Bewerbungen. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die efas-Geschäftsstelle.
Allgemeine Informationen zum Nachwuchsförderpreis finden sich hier. Das Bewerbungsformular kann hier heruntergeladen werden.
Zur Feier des Umzugs von efas ans Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung (HTMI) an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin veranstalteten wir am 4.12.2025 eine Diskussion über eine notwenige Zeitenwende für eine geschlechtergerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik. Rund 50 Frauen und einige Männer folgten unserer Einladung. Prof. Dr. Silke Bustamante, Vizepräsidentin der HWR Berlin, betonte in ihrem Grußwort: Die HWR Berlin unterstützt das efas-Netzwerk gerne und wünscht sich, dass efas zum Profil des HTMI und der Hochschule beitragen könne. Sie verwies dabei auf eine erfolgreiche Geschichte der Etablierung von Frauen- und Geschlechterforschung an der HWR Berlin.
Auf dem Podium diskutierten ausgewiesene Expertinnen in Forschung und Politikberatung: Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok von der HWR Berlin, Prof. Dr. Miriam Beblo von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Ute Klammer von der Universität Duisburg Essen (v.l.n.r.). Alle drei haben nicht nur gemeinsam, dass sie Volkswirtinnen sind, sondern sie wirkten auch an wichtigen Kommissionen mit, beispielsweise an Gleichstellungsberichten sowie Familienberichten und sie stehen wichtigen Verbänden und Forschungsinstituten vor.
Aysel Yollu-Tok führte in den thematischen Schwerpunkt der Veranstaltung ein, indem sie anhand der vier Ziele Wirtschaftswachstum, hoher Beschäftigungsstand, ausgeglichene Außenhandelsbilanz und Preisstabilität illustrierte, wie eine gleichstellungsgerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik aussehen müsste und wie weit entfernt wir in den heutigen wirtschaftspolitischen Diskussionen und Entscheidungen von solchen Parametern entfernt sind. Sie warnte auch vor möglichen Rückschritten, zum Beispiel in der Sozialpolitik am Beispiel des Bürgergeldes, der Rentenreform oder der Arbeitszeitpolitik.
Die Teilnehmer:innen auf dem Podium und im Saal diskutierten, welche wirtschafts- und sozialpolitischen Handlungsfelder sie als wichtigste ansehen, und wiesen darauf hin, dass es in der gesamten Diskussion um die wirtschafts- und sozialpolitischen Herausforderungen keinerlei Bezug auf die Geschlechterdimensionen gebe. Heute wisse niemand, ob und vor allem wie sich die Investitionen im Rahmen des Sondervermögens auf die Geschlechterverhältnisse auswirken werden. Es gibt keinerlei Instrumente zur Abschätzung der Geschlechtereffekte, kein Gender Impact Assessment, keinen Gender Budgeting Prozess, der es erlaubt, dieses volkswirtschaftlich zentrale Vorhaben kritisch zu analysieren und ggf. entsprechende Korrekturen zu fordern.
Wie also gelingt eine echte Zeitenwende hin zu einer geschlechtergerechten Wirtschafts- und Sozialpolitik? Wo finden sich starke Bündnispartner*innen, und für welche Themen lassen sich gemeinsame Strategien entwickeln? Brauchen wir vielleicht einen feministischen Wirtschaftsgipfel, um diese Perspektiven zu bündeln und sichtbar zu machen? Auch diese Fragen nahmen die Podiumsteilnehmerinnen und die Anwesenden auf und es wurden Überlegungen angestellt, wann und wie sich Windows of Opportunities für Verbesserungen zum Beispiel im Bereich der Kinderbetreuung und der bezahlten und unbezahlten Care-Arbeit, der Minijobs und Arbeitszeitpolitik sowie in der Rentenpolitik ergeben. Zum Fazit der Runde gehörte, dass noch viel Arbeit erforderlich ist und efas als Netzwerk engagierter Ökonominnen dabei eine große Rolle spielen kann.
Der zweite Teil des Abends war dem efas-Nachwuchsförderpreis gewidmet. Wie jedes Jahr hatten sich zahlreiche junge Absolventinnen mit ihren Bachelor-, Masterarbeiten oder Dissertationen um den Preis beworben, der im Andenken an unsere efas-Mitgründerin Prof. Dr. Angela Fiedler vergeben und von der Hochschulde für Technik und Wirtschaft Berlin finanziert wird. Der wissenschaftliche Ausschuss hatte drei Arbeiten nominiert und eine Arbeit ausgezeichnet. Von den drei Nominierten konnte ein Zweier-Team teilnehmen, online zugeschaltet aus Wien.
Nominiert wurden Franziska Carl (VWL HU Berlin) für ihre Masterarbeit „Not all (wo)men are equal – Within couple income inequality in the wake of Covid“, Dr. Paula Walk (VWL Universität Flensburg) für ihre Dissertation „Strengthening gender justice in a just transition. An analysis of historical coal transition processes from a feminist perspective“ sowie Hanna Weber und Magdalena Murauer (beide Wirtschaftsuniversität Wien) für ihre gemeinsame Masterarbeit „Analyse des Rekrutierungs- und Auswahlprozesses im Management des Profifußballs: Eine Fallstudie zur Besetzung einer weiblichen Direktor:in – Marke, Marketing und Sponsoring“. Aus Wien digital zugeschaltet stellten Hanna Weber und Magdalena Murauer die wichtigsten Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
Den efas-Nachwuchsförderpreis 2025 hat Emilia Schäfer (International Management HWR Berlin) für ihre Masterarbeit „Bridging the gender data gap in cardiovascular drug development – challenges and solutions to overcome the androcentric bias “ erhalten. Dr. Sünne Andresen (Wissenschaftlicher Ausschuss von efas) hielt die Laudatio auf die Arbeit. Anschließend präsentierte Emilia Schäfer selbst zentrale Erkenntnisse ihrer Arbeit.
V.l.n.r.: Prof. Dr. Andrea Rumler, Emilia Schäfer & Dr. Sünne Andresen
Prof. Dr. Ulrike Knobloch (Wissenschaftlichen Ausschuss von efas) beendete die diesjährige efas-Veranstaltung mit den Worten: „Der Auftakt ist gelungen, die Themen sind vielfältig und spannend, die Arbeit beginnt.“
Zeitenwende – Anforderungen an eine geschlechtergerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik
Einladung zur Jahresveranstaltung des Ökonominnennetzwerks efas mit Verleihung des Nachwuchsförderpreises 2025 am Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung der HWR Berlin (HTMI der HWR Berlin)
Wann: 4. Dezember 2025, 16.30 bis 21 h
Wo: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin), Campus Schöneberg, Badensche Str. 50-51, Haus B, Raum B 4.41
Wie müssen Erkenntnisse der feministischen Ökonomie in das aktuelle wirtschaftspolitische Handeln integriert werden, um eine Zeitenwende hin zu einer geschlechtergerechten Wirtschafts- und Sozialpolitik zu bewirken? Wohlfahrtsstaatliche Sicherungssysteme, wirtschaftliche Prosperität, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit müssen gemeinsam gedacht und gestaltet werden. Dafür brauchen wir eine feministische Wirtschaftspolitik, die Verteilungsgerechtigkeit neu denkt, Geschlechterungleichheiten abbaut und mutig in eine geschlechtergerechte Zukunft investiert.
Die Geschlechterforschung und die feministische Ökonomie liefern längst fundierte Erkenntnisse zur Lösung zentraler wirtschafts- und sozialpolitischer Herausforderungen. Dennoch spiegeln sich diese bislang kaum im öffentlichen Diskurs oder in der wirtschaftspolitischen Praxis wider. Wie also gelingt eine echte Zeitenwende hin zu einer geschlechtergerechten Wirtschafts- und Sozialpolitik? Wo finden sich starke Bündnispartner*innen, und für welche Themen lassen sich gemeinsame Strategien entwickeln? Brauchen wir vielleicht einen feministischen Wirtschaftsgipfel, um diese Perspektiven zu bündeln und sichtbar zu machen?
Programm
Begrüßung Prof. Dr. Ulrike Knobloch – wissenschaftlicher Ausschuss efas, HTMI der HWR Berlin
Grußwort Prof. Dr. Silke Bustamante, Vizepräsidentin der HWR Berlin
Input für das Podium: „Feministische Forderungen an die aktuelle Wirtschafts- und Sozialpolitik“ Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok – Direktorin HTMI der HWR Berlin
Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Miriam Beblo – wissenschaftlicher Ausschuss efas, Universität Hamburg
Prof. Dr. Ute Klammer – Universität Duisburg-Essen
Clara Schäper – DIW Berlin
Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok – HTMI der HWR Berlin
Moderation: Prof. i.R. Dr. Friederike Maier – wissenschaftlicher Ausschuss efas, HTMI der HWR Berlin
Pause zum Netzwerken – mit Getränken & Snack
Feierliche Verleihung des efas-Nachwuchsförderpreises 2025
Vorstellung des efas-Nachwuchsförderpreises von Dr. Andrea Hilla-Carl – wissenschaftlicher Ausschuss efas, HTMI der HWR Berlin
Die Nominierten stellen ihre Arbeiten vor
Laudatio auf die Preisträgerin 2025 durch Dr. Sünne Andresen – wissenschaftlicher Ausschuss efas
Die Preisträgerin stellt ihre Arbeit vor
Moderation: Dr. Andrea-Hilla Carl
Abschluss Prof. Dr. Ulrike Knobloch
Um Anmeldung zur Veranstaltung bis zum 1.12.2025 wird gebeten. Dies ist hier möglich. Bitte dazu dem Link folgen und dort das Anmeldeformular ausfüllen. Sie erhalten dann eine Anmeldebestätigung.
Bei Komplikationen oder generellen Nachfragen gerne eine Mail an info@efas-netzwerk.de
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